Konflikt im Iran verschärft Wasserkrise – Risiken auch für Anleger
Der Iran galt bereits vor Beginn der Kampfhandlungen Ende Februar als extrem wasserarm. Nach mehreren Jahren Dürre und intensiver Nutzung von Wasserressourcen sprechen Fachleute inzwischen von einer drohenden „Wasserinsolvenz“. In der Hauptstadt Teheran waren die Wasserreserven zuletzt zeitweise stark erschöpft.
Durch den Konflikt könnten sich die Probleme weiter zuspitzen. Studien zeigen, dass Kriege häufig Wasserinfrastruktur wie Staudämme, Entsalzungsanlagen oder Leitungsnetze beschädigen, so Saccoccia. Erste Berichte deuten bereits auf entsprechende Schäden in der Region hin. In wasserarmen Gebieten kann dies Versorgungslagen erheblich verschärfen.
Für Investoren ergeben sich daraus mehrere Risikofaktoren. Wasserknappheit gilt als zentraler Treiber für sinkende landwirtschaftliche Erträge, steigende Lebensmittelpreise und soziale Instabilität. Bereits in der Vergangenheit führten Engpässe zu Protesten und wirtschaftlichen Verwerfungen im Iran.
Zudem kann die Wasserkrise Energieprojekte beeinträchtigen, etwa durch geringere Wasserkraftproduktion oder steigenden Kühlbedarf in Kraftwerken. Auch internationale Lieferketten könnten betroffen sein, wenn landwirtschaftliche Rohstoffe oder energieintensive Vorprodukte aus der Region ausfallen.
Langfristig sieht Saccoccia strukturelle Probleme, etwa ineffiziente Bewässerungssysteme und übermäßige Nutzung von Grundwasser. Der Konflikt erschwert notwendige Reformen zusätzlich und dürfte kurzfristig Investitionen in Infrastruktur und nachhaltiges Wassermanagement behindern.
Für Anleger in Europa gewinnt das Thema damit an Bedeutung: Neben geopolitischen Risiken rücken zunehmend auch Umweltfaktoren wie Wasserstress als entscheidende Einflussgrößen für Märkte und Portfolios in den Fokus. (DFPA/abg)
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